Online-Repertorium der mittelalterlichen deutschen Übertragungen lateinischer Hymnen und Sequenzen (Berliner Repertorium)

 

 

Das Berliner Repertorium erschließt erstmals die deutschen Übertragungen lateinischer Hymnen, Sequenzen und Antiphonen bis zum Jahr 1600. Bis zum Projektende wird es rund 400 lateinische Vorlagen mitsamt ihren Übersetzungen dokumentieren. Es beschreibt nicht nur die lateinischen Vorlagen und deutschen Übertragungen, sondern auch die Handschriften und Textzeugen, in denen die Übertragungen überliefert sind. Außerdem stellt es Links zu den betreffenden Digitalisaten zur Verfügung. Das Berliner Repertorium bietet somit einen Service, der von den Literatur- und Sprachwissenschaften, der Kunst-, Musik- und Liturgiegeschichte sowie der Übersetzungswissenschaft und anderen fachwissenschaftlichen Disziplinen frei genutzt werden kann. Das Projekt wird seit 2012 von der DFG gefördert, es wird  September 2021 abgeschlossen.

 

 

 

 

 


Hinweise zur Benutzung

 

1. Aufbau der Datenbank

 

Der Zugang zur Datenbank kann wahlweise über die lateinischen Vorlagen (Reiter Hymnen), die Überlieferungsträger (Handschriften, Drucke), die liturgischen Feste oder die Autoren erfolgen. Über diese Rubriken sind die deutschen Übertragungen und die sie überliefernden Textzeugen erreichbar. Ein Navigationspfad, der sich unterhalb der Menüleiste entfaltet und den Verlauf dokumentiert, erleichtert die Orientierung.

 

2. Zitierweise und ID-Nummern

 

Jeder angelegte Eintrag (Hymnus, Übersetzung, Textzeuge, Handschrift, Druck) ist über eine ID-Nummer eindeutig identifizierbar und zitierbar, die sich  jeweils am Beginn der betreffenden Seite befindet. Die ID-Nummer kann in gedruckten Publikationen zur eindeutigen Referenzierung der betreffenden Dokumente genutzt werden; der hinterlegte Zitierlink gewährleistet die Referenzierbarkeit in Online-Dokumenten. Über einen Linksklick auf die ID erscheint der Zitierlink in der Browser-Zeile; mit einem Rechtsklick auf die ID kann die Linkadresse kopiert werden. Darüber hinaus kann durch Austausch der ID-Nummer in der Browserzeile ein anderes Dokument aufgerufen werden.

 

3. Navigation

 

Über den Reiter Hymnen, der alle liturgischen Liedtypen (Hymnus, Sequenz, Antiphon) zusammenfasst, lassen sich die nach ihren Incipits geordneten lateinischen Vorlagen aufrufen. Neben einer Kurzbeschreibung der Vorlage enthalten die einzelnen Einträge auch Links zu den einschlägigen Referenzwerken (Analecta hymnica, Chevalier, Cantus-Datenbank) sowie ein Literaturverzeichnis. Darunter befindet sich eine Liste der deutschen Übertragungen, die ebenfalls nach Textanfängen sortiert ist. Die darüber erreichbaren Einträge dokumentieren die Charakteristika, den Umfang und den Formtyp (z.B. Prosa, Reimpaarverse) der jeweiligen Übertragung und enthalten ein Literaturverzeichnis sowie eine nach Repositorien geordnete Liste mit den Signaturen der Textzeugen. Über die verlinkten Signaturen gelangt man zur Beschreibung des jeweiligen Textzeugen sowie zu Links zu den Digitalisaten und Handschriftenbeschreibungen.

 

Über das PDF-Symbol am unteren Seitenende der lateinischen Hymnen lässt sich ein PDF-Paket erstellen, das ein komplettes Verzeichnis sowie eine vollständige Beschreibung aller zugehörigen Übertragungen, Textzeugen und Überlieferungsträger enthält. Alternativ kann man eine Liste aller Übertragungen ausklappen („Alle Übertragungen komplett anzeigen“). Alle Seiten lassen sich darüber hinaus einzeln oder komplett ausdrucken (Drucksymbol).

 

Über den Reiter Handschriften gelangt man zu einem Verzeichnis der Repositorien. Unter den einzelnen Aufbewahrungsorten findet sich eine Liste aller erschlossenen Handschriften, die Textzeugen mittelalterlicher deutscher Übertragungen lateinischer Hymnen, Sequenzen und Antiphonen enthalten. Klickt man auf eine Signatur, erhält man eine Handschriftenbeschreibung, ein Verzeichnis der Forschungsliteratur sowie Links zu einschlägigen Referenzwerken (Handschriftencensus, Manuscripta Medievalia) sowie ggf. zum Gesamtdigitalisat der Handschrift. Darunter befindet sich eine Liste der enthaltenen Textzeugen.

 

Über den Reiter Drucke gelangt man zu einer exemplarischen Auswahl von Wiegendrucken und Drucken des 16. Jahrhunderts in Form von Hymnaren, Brevieren, Einblattdrucken sowie katholischen und reformatorischen Gesangbüchern. Die Einträge zu den Drucken sind nach Titeln sortiert, analog zu den Handschriften eingerichtet und an die einschlägigen Referenzwerke (Gesamtkatalog der Wiegendrucke, VD 16) angepasst.

 

Über den Reiter Feste gelangt man zu einer Übersicht der liturgischen Feste. Jedem Fest ist ein Verzeichnis der betreffenden Hymnen, Sequenzen und Antiphonen zugeordnet.

 

Über den Reiter Autoren gelangt man zu einer alphabetischen Auflistung der Autoren der lateinischen Hymnen, Sequenzen und Antiphonen (z.B. Heinrich von Reichenau, Ambrosius) sowie der volkssprachlichen Übertragungen (z.B. Mönch von Salzburg, Ludwig Moser).

 

Über den Reiter Suche gelangt man zur Suchfunktion der Datenbank. Sie umfasst eine Freitextsuche, eine gezielte Suche nach Hymnentiteln und IDs sowie eine mit beiden kombinierbare gefilterte Suchfunktion. So kann nach Dokumentarten differenziert werden (Hymnus, Übersetzung, Textzeuge, Handschrift, Druck), die ihrerseits durch weitere Spezialfilter ergänzt werden können. Beispielsweise lassen sich spezifisch niederdeutsche Handschriften des 14. Jahrhunderts, Textzeugen mit Miniaturen oder Versübertragungen anzeigen. Die Suche innerhalb einzelner Hymnen kann wahlweise über die Eingabe des Titels, eines Titelstichworts oder der ID-Nummer gestartet werden. Daneben ermöglicht das Lupensymbol am Ende jedes Hymneneintrags die direkte Suche im jeweiligen Hymnus, indem die entsprechende ID-Nummer in die Suchmaske übertragen wird.

 

4. Digitalisate

 

Das Berliner Repertorium stellt die Digitalisate der Textzeugen möglichst vollständig zur Verfügung. Die Links zu den Digitalisaten leiten entweder zu den digitalen Beständen der betreffenden Bibliotheken weiter oder zeigen die Digitalisate, die lokal in der Datenbank des Repertoriums gespeichert sind, im DFG-Viewer an. Bei der Weiterverwendung der Bilddateien müssen die Rechte jeweils vom Nutzer selbst geklärt werden (siehe dazu auch die Rubrik Nutzungsbestimmungen). Sind keine Digitalisate verfügbar, wird, soweit vorhanden, auf digitalisierte Mikrofilme zurückgegriffen.

 

5. Schriftenreihe 'Liturgie und Volkssprache'

 

Liturgie und Volkssprache. Studien zur Rezeption und Produktion geistlicher Lieder in Mittelalter und Früher Neuzeit (de Gruyter).

  • Bd. 1: Maria in Hymnus und Sequenz. Interdisziplinäre mediävistische Perspektiven. Hg. v. Eva Rothenberger und Lydia Wegener (2017). [open access]
  • Bd. 2: Eva Rothenberger: 'Ave praeclara maris stella'. Poetische und liturgische Transformationen der Mariensequenz im deutschen Mittelalter (2019).
  • Bd. 3: Hymnus, Sequenz, Antiphon. Fallstudien zur volkssprachlichen Aneignung liturgischer Lieder im deutschen Mittelalter. Hg. v. Andreas Kraß und Christina Ostermann (2019).
  • Bd. 5: Geistliche Liederdichter zwischen Liturgie und Volkssprache. Übertragungen, Bearbeitungen, Neuschöpfungen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hg. v. Andreas Kraß und Matthias Standke (2020, im Druck). [open access]

 

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Ein Verzeichnis mittelniederländischer Übertragungen von Hymnen und Sequenzen bietet: Youri Desplenter, Al aertrijc segt lofsanc. Middelnederlandse vertalingen van Latijnse hymnen en sequensen. Deel 1: Studie. Deel 2: Repertoria. Gent 2008.